Minimalismus – gekonnte Schlichtheit <div class='second-title'>In der Architektur, Mode, Musik und Kunst</div>

Minimalismus ist nicht nur eine Lebenshaltung und tatsächlich weit mehr als eine bloße Einstellung. Minimalismus lässt sich in vielen Bereichen von Kunst und Kultur finden. Doch was ist eigentlich Minimalismus? Gemeinsam ist in allen Richtungen dieses Stiles, die Grundtendenz zur Vereinfachung und Verschlankung. Minimalisten lieben die einheitliche Ästhetik und Funktionalität. Weniger ist mehr und Reduktion das Prinzip. Minimalismus findet sich in der Kunst, Architektur, Musik, im Design und in der Mode. Dort gibt es seit Jahrzehnten immer wieder einzelne Vertreter oder ganze Bewegungen, die dem Minimalismus zuzurechnen sind.

Minimalismus in der Architektur

Der Minimalismus geht genau genommen zeitlich weit in die Geschichte zurück. Schlichte Linienführung und auf Grundelemente reduzierte Bauwerke gab es bereits im alten Ägypten. Populär wurde der Minimalismus jedoch unbestritten in den 60er-und frühen 70er-Jahre in den USA. Aus diesen Anfängen entwickelte sich in den Bildenden Künsten die sogenannte Minimal Art.

Minimalismus in der Architektur ist im Wesentlichen gekennzeichnet durch jeglichen Verzicht auf Verschnörkelung- und Dekorationselemente sowie durch eine klare Form- und Linienführung. Bei dem Minimalismus der Moderne sind die Gebäudeformen stark reduziert und weisen häufig kubische oder einfache geometrische Grundformen auf. Als Baustoffe werden zumeist Glas, Beton, Stahl und Naturstein verwendet. Ein bekannter Vertreter des Minimalismus ist der Brite David Chipperfield, der 2009 auf der Museumshalbinsel in Berlin das Neue Museum vollendete. Dem konsequenten Minimalisten gelang die erfolgreiche Transformation des Bauwerks aus dem 19. Jahrhundert in die Gegenwart.

In Japan nimmt der Minimalismus eine besondere Stellung ein. Überflüssige Elemente sind nicht zu finden und die Raumgestaltung wirkt schlicht und klar. Die Leere im Innenraum ist ein wichtiges ästhetisches Element. Einfache Räume werden mit Schiebetüren und flexiblen Raumteilern so arrangiert, dass moderne und traditionelle Elemente ansprechend verbunden werden.

Minimalismus in der Kunst

Minimalismus in der Kunst

In der Malerei entwickelte sich als Reaktion auf die überladenen Stilvorgaben vorheriger Jahrhunderte die Stilrichtung des Minimalismus. Kennzeichnend für den Minimalismus ist dort, dass Farben und Formen auf Grundstrukturen und geometrische Flächen reduziert sind. Im Vordergrund stehen Primärfarben. Minimalismus wird hauptsächlich in der dreidimensionalen Kunst verwendet. Dabei entstehen schlichte Objekte und Skulpturen, die eine einfache geordnete geometrische Grundstruktur aufweisen.

Ein bekannter Vertreter ist der 1949 geborene Kurt Fleckenstein, der einfache Quadrate als Installationen in die Landschaft stellte. Die Quadrate bilden einen neuen Kontext zur Umgebung und geben dem Betrachter eine differenzierte Blickrichtung.

Minimalismus in der Mode

Minimalismus lässt sich auch in der Modewelt finden. Dort reichen den Minimalisten zumeist wenige Stilelemente, um ein Kleidungsstück zu entwerfen. Diese werden mit einfachen puristisch und gradlinigen Schnitten gefertigt. Wie bei der Architektur nicht selten inspiriert aus der Japanischen Kultur. 

Auch wenn der Begriff des Minimalismus eigentlich aus dem Bereich der Kunst und der Architektur kommt, beim gleichnamigen Modestil kommt es bis heute darauf an, die richtigen Elemente gekonnt miteinander zu kombinieren und dabei so dezent und minimalistisch wie möglich zu bleiben. Ein bekannter Vertreter ist der 72jährige Yohji Yamamoto der Zeit seines Lebens seine Entwürfe schlicht und minimal hielt.

Minimalismus in der Musik

Minimalismus in der Musik

Die passende Musik zum Minimalismus heißt Minimal Musik. Darunter wird ein Sammelbegriff für verschiedene Musikstile verstanden, die sich ab den 1960er-Jahren in den USA entwickelt haben. Ausgehend von der Minimal Musik entstand in den 1970er Jahren der Post-Minimalismus, der auch noch heute die Techno Musik beeinflusst. Bei der Minimal Musik wird ein einfaches Grundmuster über längere Zeiträume ständig mit nur leichten Variationen wiederholt. Ein bekannter Vertreter ist der amerikanische Komponist Stephen Michale Reich, der 1936 in New York geboren wurde und als einer der Pioniere der minimalistischen Musik gilt.

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